Individuelle Versorgung

Aufsaugende Inkontinenz

Individuelle

      Versorgung

 

Was versteht man unter Harninkontinenz?
Unter Harninkontinenz versteht man den unfreiwilligen Verlust von Harn.
Der Betroffene kann Ort und Zeit der Entleerung nicht bestimmen.
Gründe für eine Harninkontinenz können unterschiedlich sein. Meistens funktioniert das System von Blasenmuskulatur, Schließmuskel und Beckenbodenmuskulatur nicht mehr richtig.
Inkontinenz resultiert dann, wenn der Verschlussapparat durch Blasenerkrankungen überlastet oder geschädigt ist.

Entdecken Sie unser großes Sortiment!

Behandlung

    Individueller Bedürfnisse

 

Diese Art von Erkrankung bedarf einer individuellen Versorgung. Mit unserem vielfältigen Sortiment an Einlagen, Vorlagen, Windeln und Pants unterschiedlicher Hersteller können wir individuelle Lösungen abstimmen.

Zu ableitenden Inkontinenzprodukten wie Einmal- und Dauerkatheter, Urinalkondomen, Pessaren und Irrigationen führen wir eine diskrete Beratung im häuslichen Umfeld durch.

Eine Schulung und den Umgang mit den Produkten bieten wir als Service an.

Stufen der

    Inkontinenz

Leichte Inkontinenz

 

Bei einer leichten Inkontinenz verlieren Sie ca. 100 ml Urin zwischen den Toilettengängen in einem Zeitraum von ca. vier Stunden.
Das kann z.B. beim Lachen, Husten oder durch Nachtröpfeln entstehen.

Mittlere Inkontinenz

 

Bei einer mittleren Inkontinenz spricht man von unregelmäßigen Urinabgängen von bis zu 200 ml in einem Zeitraum von ca. vier Stunden. Dieser Harndrang ist nicht unterdrückbar und somit wird die Toilette nicht rechtzeitig erreicht.

Schwere Inkontinenz

 

Die schwere Inkontinenz zeichnet sich durch eine große Blasenentleerung von 200 ml in einem Zeitraum von ca. vier Stunden aus. Hierbei gibt es keine Kontrolle über die Ausscheidungen.

Sehr schwere Inkontinenz

 

Der gesamte Blaseninhalt entleert sich bei der sehr schweren Inkontinenz unkontrolliert und dauernd.

Leichte Inkontinenz

 

Bei einer leichten Inkontinenz verlieren Sie ca. 100 ml Urin zwischen den Toilettengängen in einem Zeitraum von ca. vier Stunden.
Das kann z.B. beim Lachen, Husten oder durch Nachtröpfeln entstehen.

Mittlere Inkontinenz

 

Bei einer mittleren Inkontinenz spricht man von unregelmäßigen Urinabgängen von bis zu 200 ml in einem Zeitraum von ca. vier Stunden. Dieser Harndrang ist nicht unterdrückbar und somit wird die Toilette nicht rechtzeitig erreicht.

Schwere Inkontinenz

 

Die schwere Inkontinenz zeichnet sich durch eine große Blasenentleerung von 200 ml in einem Zeitraum von ca. vier Stunden aus. Hierbei gibt es keine Kontrolle über die Ausscheidungen.

Sehr schwere Inkontinenz

 

Der gesamte Blaseninhalt entleert sich bei der sehr schweren Inkontinenz unkontrolliert und dauernd.

Versorgungsmöglichkeiten

                 bei Inkontinenz

Einlagen

Einlagen sind geeignet für Personen mit mittlerer Blasenschwäche sie sind atmungsaktiv und anatomisch geformt. Das Saugkissen mit einem antibakteriellen Superabsorber vermeidet das Austreten von unangenehmen Gerüchen. Die Einlagen sind sowohl für Frauen und Männer geeignet und lassen sich einfach in der Unterwäsche fixieren.

Geeignet bei:
leichter bis mittlerer Inkontinenz.

Vorlagen und Netzhosen

Vorlagen sind geeignet für Personen mit schwerer Blasenschwäche. Diese Vorlagen sind atmungsaktiv und anatomisch geformt. Sie verfügen über ein doppeltes Saugkissen mit Superabsorber das für ein angenehm trockenes Gefühl sorgt . Die Einlagen sind für Frauen als auch für Männer geeignet. Sie lassen sich mit Hilfe von speziellen elastischen Höschen ideal fixieren.

Geeignet bei:
mittlerer bis schwerer Inkontinenz.

Pants

Pants sind geeignet für Personen mit mittlerer bis schwerer Blasenschwäche.
Sie passen sich durch den elastischen Bund optimal an den Körper an und können wie herkömmliche Unterwäsche getragen werden . Ein nässeabweisender seitlicher Auslaufschutz sorgt für ein sicheres Gefühl. Ein Nässeindikator informiert über den Wechselbedarf.

Geeignet bei:
mittlerer bis schwerer Inkontinenz

Klebewindeln

Klebewindeln sind geeignet für Personen mit schwerer bis sehr schwere Blasenschwäche. Diese Windeln verfügen über zweifache. Durch die elastische Vorder und Rückseite passen sie sich optimal dem Körper an. Ein doppelter Nässeindikator informiert zuverlässig über den Wechselbedarf.

Geeignet bei:
schwerer bis sehr schwerer Inkontinenz

FAQ

     Allgemeine Fragen und Antworten

 

Welche aufsaugenden Inkontinenzmaterialien gibt es?

Saugende Inkontinenzhilfsmittel werden unterteilt nach jeweiligem Produkt und Schweregrad. Bei uns können folgende Produkte bestellt werden.
Einlagen sind mit Klebestreifen, mit Hüftbund und speziell für Männer erhältlich. Außerdem gibt es Klebewindeln, Windelhosen bzw. Pants sowie Vorlagen ohne Hüftbund. Zur sicheren Fixierung sind Fixierhosen für Vorlagen, Windelhosen und Einlagen erhältlich.
Die Auswahl der Hilfsmittel richtet sich nach den Anforderungen und Bedürfnissen der Patienten. Zunächst wird auf die Form der Inkontinenz und die Menge des Urinverlusts geachtet.

In vielen Fällen reichen dünne Einlagen aus. Manchmal muss auf Einlagen mit einer höheren Saugfähigkeit oder auf größere Vorlagen in Kombination mit einer Fixierhose zurückgegriffen werden. Windelhosen eignen sich optimal für nachts oder für bettlägerige sowie unruhige Patienten.

Wie sind aufsaugende Inkontinenzmaterialien aufgebaut?

Alle aufsaugenden Inkontinenzhilfsmittel besitzen einen ähnlichen Aufbau. Die Basis jedes Produktes besteht aus einem Zellstoffkern, der sich durch Zellstoffflocken oder Zellstofflagen zusammensetzt. Die körperabgewandte Seite besteht meistens aus einer Außenfolie, die ein Verschmutzen der Kleidung verhindert. Auf der körperzugewandten Seite befindet sich ein Oberflächenvlies, welches mit einer Zellstoffschicht versehen ist. Diese Schicht leitet den Harn rasch an den Saugkern, bleibt selbst aber trocken.
Der Saugkern besteht unter anderem aus einem Superabsorber. Das sind chemische Elemente, die eine Menge an Flüssigkeit binden und diese in Gel umwandeln. Der Harn wird auch bei Druck nicht abgegeben. Der Superabsorber verhindert außerdem, dass sich der Harn durch Bakterien zersetzt. Er schützt damit den Säureschutzmantel der Haut und vermeidet Geruchsbildung. Dadurch kann der Patient ungestört und weniger belastend seinen Alltag weiterführen.
Inkontinenzmaterialien für mittlere bis schwere Inkontinenz sind außerdem mit einem Nässeindikator ausgestattet, der die Feuchtigkeit des Produktes anzeigt. Gelbe Streifen am Hilfsmittel verändern ihre Farbe in Blau und Grün. Wenn ungefähr 50-80% des Indikators verfärbt sind, muss das Produkt ausgetauscht werden.

Wann benötigt man Inkontinenzmaterialien?

Inkontinenzmaterialien werden eingesetzt, wenn die therapeutischen Maßnahmen bereits ausgeschöpft sind und die Inkontinenz weiterhin besteht oder die Maßnahmen bei manchen Menschen erst später Erfolg zeigen. Es gibt für jede Form von Inkontinenz passende Hilfsmittel, die eine individuelle Versorgung sicherstellen. Es sollte ein Hilfsmittel gewählt werden, welches am Besten zu dem Alltag und den Tätigkeiten des Patienten passt. Mit unserem Sortiment an Einlagen, Vorlagen, Windeln und Pants von unterschiedlichen Herstellern können wir unterschiedliche Lösungen finden.

Inkontinenzartikel müssen verschiedene Anforderungen erfüllen. Sie müssen einen hohen Tragekomfort besitzen, d.h. sie dürfen nicht rutschen und müssen hautverträglich sein.

Welche Anforderungen müssen aufsaugende Inkontinenzmaterialien erfüllen?

Die Produkte sollen die Selbstständigkeit des Patienten aufrechterhalten und daher eine leichte Handhabung gewährleisten. Die Hilfsmittel sollen geräuscharm sein und kein Rascheln erzeugen. Außerdem sollen die Artikel Gerüche binden und sicher verschließen und sich nicht unter der Kleidung abzeichnen. Im Allgemeinen sollten die Hilfsmittel eine hohe Auslaufsicherheit sowie einen Nässeschutz aufweisen.

Was ist eine Belastungsinkontinenz?

Von einer Belastungsinkontinenz spricht man, wenn ein unwillkürlicher Harnverlust bei körperlichen Belastungen stattfindet. Durch Druckerhöhung im Bauchraum bei einer Beckenbodenschwäche wird die Harnröhre durch den inneren Schließmuskel  nicht komplett verschlossen. Von dieser Art der Blasenschwäche sind mehr Frauen als Männer betroffen. Die Zahl der betroffenen Frauen beläuft sich auf etwa 50% in der zweiten Lebenshälfte.

Wodurch entsteht eine Belastungsinkontinenz?

Ursachen dafür kann eine Schwäche der Beckenbodenmuskulatur z.B. nach Geburten oder eine Bindegewebsschwäche sein. Bei Männern kann es durch Folgen einer Operation oder einer Entfernung des inneren Schließmuskels durch fehlende Prostata.

Welche Symptome treten auf?

Symptome einer Belastungsinkontinenz liegen vor, wenn der Betroffene tröpfchenweise oder stark unwillkürlich Harn bei körperlicher Betätigung verliert ohne das Auftreten eines Harndrangs. Der Druck auf die Blase und die verschließenden Muskelringe wird erhöht, sie öffnen sich somit und Urin kann austreten.
Dabei wird zwischen drei Schweregraden unterschieden. Beim Grad I tritt Urin beim Husten, Niesen oder Lachen aus. Grad II beschreibt den unwillkürlichen Urinverlust beim Heben, Treppensteigen oder Aufstehen. Bei Grad III tritt Urin bei unangestrengten Bewegungen, wie z.B. beim Liegen, aus.
Der Arzt wird sich in einem Gespräch über bestehende Erkrankungen und Operationen erkundigen. Bei Frauen wird ein Augenmerk auf den Verlauf der Geburten gelegt.

Was ist eine Dranginkontinenz?

Die Dranginkontinenz bezeichnet eine Überaktivität der Blasenmuskulatur ist von starkem Harndrang mit darauffolgendem unwillkürlichem Harnverlust begleitet. Die Blase ist nicht mehr in der Lage größere Mengen an Harn zu sammeln und zu speichern – trotz funktionierendem Verschlussmechanismus  der Harnröhre. Aus der Blase strömen Harndrang Reize, auf diese die Blasenmuskulatur reagiert. Die Rezeptoren, die die Füllung der Blase an das Gehirn melden, sind überempfindlich.

Wodurch entsteht eine Dranginkontinenz?

Auslöser können neurologische Erkrankungen wie z.B. Apoplexie, Demenz, Morbus Parkinson, Multiple Sklerose, Diabetes oder Epilepsie sein. Auch Minderdurchblutung, degenerative Erkrankungen, Gehirntumore, reaktive Hypertrophie, Blasensteine oder -tumoren, Bestrahlung oder Harnwegsinfektionen können zu einer Dranginkontinenz führen.

Welche Symptome treten auf?

Auch wenn die Blase erst gering gefüllt ist, tritt Harndrang auf. Das Gehirn leitet den Harndrang über die nicht beeinflussbaren Signale ein, der Betroffene kann den Harndrang nicht mehr kontrollieren.
Die leichtere Form der Dranginkontinenz bezeichnet man auch als Reizblase. Bei dieser Form lässt sich der Harndrang noch unterdrücken, der Betroffene muss jedoch öfters eine Toilette aufsuchen.

Was ist eine Reflexinkontinenz?

Bei einer Reflexinkontinenz, auch neurogene Inkontinenz genannt, sind die Nerven für die Blasenentleerung gestört. Dies trägt oftmals einen hohen Blasendruck mit sich. Der Betroffene hat keine Kontrolle über den Harnverlust, da eine teilweise oder komplette Fehlsteuerung von Harnblase und Schließmuskel vorliegt. Die Harnblase entleert sich nicht vollständig und Restharn bleibt zurück.
Bei einem zu hohen Druck über längere Zeit kann es zu einer Nierenschädigung kommen.

Wodurch entsteht eine Reflexinkontinenz?

Eine Reflexinkontinenz kann durch eine Unterbrechung der Nervenbahnen bei Schädigungen des Rückenmarks oder Querschnittslähmungen, Rückenmarktumoren, Multiple Sklerose oder Morbus Parkinson entstehen.

Welche Symptome treten auf?

Durch die Schädigung der Nervenbahn merkt der Betroffene die Füllung der Blase nicht. Die Blase entleert sich als unwillkürlicher Reflex, in manchen Fällen auch durch einen Reiz wie Husten oder Lageänderung.

Was ist eine Überlaufinkontinenz?

Unter dem Begriff der Überlaufinkontinenz versteht man eine Überdehnung des Blasenmuskels durch vermehrten Urin in der Blase. Dies führt zum Überlaufen der Blase und  damit zum unwillkürlichen  Verlust von kleineren Harnmengen. Der Grund für eine Überlaufinkontinenz  sind Abflussstörungen  im Bereich des Harnblasenausgangs wie z.B. eine vergrößerte Prostata oder eine Unterfunktion der Blase. Im fortgeschrittenen Alter leiden Männer häufig an einer vergrößerten Prostata. Diese kann den Blasenausgang verengen oder versperren. Daher sind meist Männer betroffen.

Wodurch entsteht eine Überlaufinkontinenz?

Wenn die Überlaufinkontinenz unbehandelt bleibt, kann sie zu funktionellen und strukturellen Schäden des unteren und oberen Harntraktes führen. Es kann außerdem zu einem Rückstau des Urins in die Harnleiter und Nieren kommen, wodurch das Risiko einer Niereninsuffizienz (Funktionsverlust der Nieren) steigt.  Außerdem kann es für den Betroffenen schmerzhaft sein, wenn eine gefüllte Blase nicht abläuft.
Eine Überlaufinkontinenz kann durch eine altersbedingte vergrößerte Prostata, Blasensteine, eine Verengung der Harnröhre oder Bandscheibenvorfälle entstehen. Bei Frauen können außerdem eine abgesenkte Gebärmutter oder ein gynäkologischer Tumor eine Ursache für diese Form von Inkontinenz sein.  Bei beiden Geschlechtern können außerdem Bandscheibenvorfälle oder Tumore der Harnröhre, Harnblase oder den Organen im Unterleib zugrunde liegen.
Eine Muskelschwäche kann ebenfalls eine Ursache sein, die durch Nervenschädigungen z.B. bei Diabetes auftritt. Medikamente wie Anticholinergika, Antidepressiva oder Blutdrucksenker können den Destrusormuskel (Austreiber der Harnblase) beeinflussen und zu einer Restharnbildung führen.

Welche Symptome treten auf?

Typische Symptome sind Beschwerden beim Entleeren der Blase. Am Anfang treten ein verlängertes Blasenentleeren, ein schwächerer Urinstrahl und ein Harnträufeln nach dem Harnlassen auf. Betroffene spüren einen starken Harndrang und schaffen es nicht, die Blase komplett zu entleeren. Der Harn läuft daher tröpfchenweise aus dem Körper, dem Betroffenen gelingt es nicht seinen Harnverlust zu kontrollieren. Das Tröpfeln wird durch Druck auf den Unterbauch verstärkt.
Es müssen später alle zwei bis drei Stunden kleine Mengen an Harn entleert werden, das Gefühl einer gefüllten Blase bleibt aber erhalten.
Sobald sich die ersten Symptome bemerkbar machen, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Es ist wichtig, zu wissen, welche Ursache zu der Überlaufinkontinenz geführt hat. Nur so kann eine abgestimmte Behandlung durchgeführt werden.

Was ist eine Mischharninkontinenz?

Die Mischinkontinenz ist eine Kombination aus Belastungs- und Dranginkontinenz. Die Beschwerden der beiden Formen sind verschieden ausgeprägt. Der Betroffene verliert bei körperlicher Belastung, Niesen oder Husten unwillkürlich Harn. Der Harnverlust tritt mit starkem und einem kaum unterdrückbaren Harndrang auf. Ungefähr ein Drittel aller Frauen mit Blasenschwäche sind von einer Mischharninkontinenz betroffen.

Wodurch entsteht eine Mischharninkontinenz?

Zu einer Mischharninkontinenz können die Ursachen einer Belastungs- oder einer Dranginkontinenz führen. In den meisten Fällen besteht bereits eine der beiden Formen, bevor die andere Form dazukommt.

Was ist eine extraurethrale Inkontinenz?

Die extraurethrale Inkontinenz ist eine seltene Form der Inkontinenz. Der Harnabgang erfolgt durch andere Körperöffnungen und nicht auf normalen Weg durch die Harnleiter. Dadurch kommt es zu ständigen und unwillkürlichen Harnverlust, der Blasenschließmuskel und die Speicherfunktion der Blase sind jedoch nicht beeinträchtigt. Der Betroffene kann seine Blase aber auf natürlichem Wege entleeren.

Wodurch entsteht eine extraurethrale Inkontinenz?

Sie entsteht im Allgemeinen durch angeborene oder erworbene Fehlbildungen. Wenn die extraurethrale Inkontinenz angeboren ist, kann sie durch fehlmündende Harnleiter oder durch eine falsche Anlage der Harnröhre entstanden sein.
Tritt sie erst später auf, hat sich eine Fistel zwischen den ableitenden Harnwegen und den Geschlechtsorganen gebildet. Ursachen können Tumorerkrankungen, Folgen von Bestrahlungen oder Verletzungen sein. Tumorerkrankungen erfordern eine aufwendige gynäkologische Operation.

Als Fisteln bezeichnet man unnatürliche, röhrenartige Gänge, die Organe miteinander oder mit der Körperfläche verbinden. Sie können durch Darmrisse bei der Geburt, chronischen Darmerkrankungen oder Abzessen entstehen. Betroffene leiden häufig unter Absonderungen von Blut, Harn oder anderen Flüssigkeiten. Es kann auch zu Schwellungen oder Rötungen und Überwärmungen des Gewebes können auftreten.

Was ist eine funktionelle Inkontinenz?

Bei der funktionellen Inkontinenz steht der unwillkürliche Urinverlust nicht in Verbindung mit der Blasenfunktion. Diese Form der Inkontinenz basiert daher nicht auf körperlichen Ursachen, die den unfreiwilligen Harnverlust auslösen. Der Betroffene ist also nicht aufgrund Funktionsstörungen der Blase oder der Nerven inkontinent, sondern durch anderweitige Einschränkungen.
Die funktionelle Inkontinenz ist besonders in der Pflege relevant. Vielen pflegebedürftigen Menschen ist es nicht mehr möglich, das Bett zu verlassen, da körperliche Erkrankungen vorliegen.
Der Betroffene kann oftmals die Toilette nicht alleine erreichen, er schafft es entweder nicht schnell genug oder findet den Weg zur Toilette aufgrund von Demenz nicht mehr. Manche Betroffene vergessen auch, die Kleidung zu entfernen oder verbinden Harndrang nicht mit einem Toilettengang.

Wodurch entsteht eine funktionelle Inkontinenz?

Die Betroffenen haben Kontrolle über den Harndrang, jedoch können andere Faktoren wie z.B. eine eingeschränkte Kognition und/oder Mobilität, Orientierungsschwierigkeiten den Toilettengang erschweren bzw. verhindern. Außerdem kann ein Zusammenhang mit einer überaktiven Blase (Dranginkontinenz) oder einem Miktionsaufschub, also ein Aufschieben der Entleerung der Harnblase, bestehen.
Die Ausstattung der Räumlichkeiten spielt eine große Rolle: Mangelnde Beleuchtung oder zu niedrige, zu kalte oder unhygienische Toiletten entsprechen nicht den Bedürfnissen des Betroffenen.

Welche funktionellen anatomischen Hilfsmittel gibt es?

Für die richtige Produktauswahl stehen unsere examinierten Fachkräfte zur Verfügung, die eine individuelle Lösung abstimmen. Unter anderem beraten wir im Bereich der funktionellen, anatomischen Hilfsmittel für Frauen. Dazu zählen Vaginal-, Ring- und Würfelpessare, Vaginaltampons und Harnröhrenstöpsel (Urethralstöpsel).

Was ist ein Pessar?

Wenn eine abgeknickte Harnröhre für die Inkontinenz und die damit verbundenen Beschwerden verantwortlich ist, kann ein Pessar helfen. Sie haben die Aufgabe, die gesenkte Harnröhre bzw. Gebärmutter anzuheben.
Die Pessare setzen sich entweder aus Silikon oder Schaumstoffmaterial zusammen und sind in verschiedenen Formen und Größen erhältlich. Häufig werden sie bei Belastungsinkontinenz eingesetzt. Der Gynäkologe passt das Pessar individuell an und erklärt das Einlegen und Entfernen, sodass die Patientin dies selbstständig durchführen kann.
Getragen werden die Pessare bei speziellen Tätigkeiten oder über einen längeren Zeitraum.
Ringpessare werden häufig verwendet und finden ihren Einsatz bei Belastungsinkontinenz, Senkungs- und Harnröhrenbeschwerden. Sie liegen unter dem Blasenhals, und werden maximal 29 Tage getragen. Anschließend werden sie gereinigt und dann erneut verwendet.
Bei Beschwerden aufgrund der Senkung von Gebärmutter, der Blase oder des Darmes werden Würfelpessare eingesetzt. Da sie an der Schleimhaut haften, halten sie auch bei einem schwachen Beckenboden.  Die Pessare können mit Beckenbodentraining kombiniert werden, daher kann nach einigen Monaten eine Besserung der Senkung zu spüren sein.

Was ist ein Vaginaltampon?

Patientinnen mit einer leichten Belastungsinkontinenz können auf Vaginaltampons zurückgreifen, die auch unterstützend zum Beckenbodentraining genutzt werden.  Die Tampons bestehen aus Polyurethanschaumstoff und stützen den Blasenhals, dadurch ist der Verschluss der Blase gesichert und die Beckenbodenmuskulatur wird unterstützt. Die Größe wird individuell vom Gynäkologen angepasst.

Was ist ein Harnröhren- bzw. Urethralstöpsel?

Als Harnröhrenstöpsel bezeichnet man kleine, tamponartige Instrumente. Bei dem Stöpsel handelt es sich um einen weichen Ballon, welcher aus Silikon besteht und mit Gel gefüllt ist. Mit einem Applikationsstab wird er in die Harnröhre eingeführt. Wenn der individuell angepasste Stöpsel komplett eingeführt ist, wird der Stab herausgezogen und das Gel dehnt sich aus. Dadurch wird verhindert, dass der Ballon herausrutscht und die Harnröhre wird gleichzeitig verschlossen. Ein unwillkürlicher Harnabgang wird damit vermieden. Der Stöpsel wird einmal verwendet und muss beim Urinieren entfernt werden.

Ein sicheres Gefühl

Ableitende Inkontinenz

Individuelle

        Versorgung

 

Ein komplett unkontrollierter Harnverlust kann mit ableitenden Inkontinenzprodukten sicher versorgt werden. Wir führen im häuslichen Umfeld eine diskrete Beratung zu Einmal- und Dauerkathetern, Urinalkondomen, Pessaren und Irrigationen durch.
Zusätzlich bieten wir eine Schulung und Umgang mit den Produkten als unseren Service an.

Wenn ableitende Hilfsmittel eingesetzt werden, haben funktionell anatomische Hilfsmittel oder aufsaugende Materialien keine Entlastung geboten. Aufsaugende Materialien können eventuell nicht ausgereicht haben oder aus anderen Gründen nicht für den Patienten infrage kommen, dann kann auf ableitende Hilfsmittel  zurückgegriffen werden.

Wir beraten Sie gerne zu unserem großen Sortiment!

Unser

    Sortiment

 

Es wird hierbei zwischen zwei Systemen unterschieden:

Es gibt invasive Systeme, die in den Körper eingeführt werden.
Nicht invasive Systeme werden von außen am Körper getragen.

Katheter
Kondomurinal
Urinflasche
Externe Urinableiter

Versorgungsmöglichkeiten

      bei Inkontinenz

Katheter

Produktinformationen

Unter Katheterismus versteht man das Einführen von schlauch- oder röhrenförmigen Instrumenten in die Blase, um diese zu entleeren. Der Urin wird abgeleitet und anschließend in einem  aufgenommen. Die flexiblen, dünnen Schläuche oder Röhren besitzen verschiedene Durchmesser und sind meist aus Kunststoff hergestellt. Sie werden zur Entleerung, Füllung oder Spülung von Hohlorganen wie Blase, Magen oder Darm eingesetzt. Das Einführen des Katheters wird als Katheterisierung oder Katheterisieren bezeichnet.

Kondomurinal

Produktinformationen

Für männliche Patienten besteht die Möglichkeit, ein Kondomurinal, eine externe Urinableitung, Urinflaschen sowie einen Katheter als ableitendes Hilfsmittel zu wählen.

Als nicht-invasives System kann ein Kondomurinal bei keinerlei Kontrolle über den Harndrang gewählt werden. Das Urinal besteht aus einem weichen Material, damit es sich leicht über den Penisschaft abrollen lässt. Am Ende befindet sich ein Schlauch, welcher den Harn in den Beutel ableitet. Das Urinal kann bis zu 48 Stunden getragen werden, vorausgesetzt der Patient kann seine Blase restharnfrei entleeren. Es kann selbst angelegt werden und wird vor allem bei mittlerer bis schwerer Inkontinenz verwendet.

Urinflasche

Produktinformationen

Urinflaschen werden eingesetzt, wenn der Weg zur Toilette oder zu einem Hilfsmittel wie z.B. einem Toilettenstuhl, als schwierig eingestuft wird. Das Entleeren der Blase erfolgt selbstständig und kann im Sitzen, Stehen oder Liegen durchgeführt werden.
Für unterwegs gibt es einen sogenannten Uribag. Darunter versteht man eine mobile Urinflasche für Autofahrten und Reisen. Die Flasche lässt sich einfach zusammenfalten, der Deckel verschließt die Flasche sicher. Die Aufnahmefähigkeit beläuft sich auf ca. 1,2 Liter Flüssigkeit.

Externe
Urinableiter

Produktinformationen

Eine externe Urinableitung wird verwendet, wenn bei dem Patienten kein Urinal angelegt werden kann. Eine hautfreundliche Platte wird mit einem Urinbeutel im Bereich der Peniswurzel angebracht. Der Urinbeutel ist eine Überleitung zu einem Beinbeutel, die Urinableitung wird bei mittlerer bis schwerer Inkontinenz eingesetzt.

FAQ

        Allgemeine Fragen und Antworten

 

Welche ableitenden Hilfsmittel gibt es für Männer?

Für männliche Patienten besteht die Möglichkeit, ein Kondomurinal, eine externe Urinableitung, Urinflaschen sowie einen Katheter als ableitendes Hilfsmittel zu wählen.

Als nicht-invasives System kann ein Kondomurinal bei keinerlei Kontrolle über den Harndrang gewählt werden. Das Urinal besteht aus einem weichen Material, damit es sich leicht über den Penisschaft abrollen lässt. Am Ende befindet sich ein Schlauch, welcher den Harn in den Beutel ableitet. Das Urinal kann bis zu 48 Stunden getragen werden, vorausgesetzt der Patient kann seine Blase restharnfrei entleeren. Es kann selbst angelegt werden und wird vor allem bei mittlerer bis schwerer Inkontinenz verwendet.

Eine externe Urinableitung wird verwendet, wenn bei dem Patienten kein Urinal angelegt werden kann. Eine hautfreundliche Platte wird mit einem Urinbeutel im Bereich der Peniswurzel angebracht. Der Urinbeutel ist eine Überleitung zu einem Beinbeutel, die Urinableitung wird bei mittlerer bis schwerer Inkontinenz

Urinflaschen werden eingesetzt, wenn der Weg zur Toilette oder zu einem Hilfsmittel wie z.B. einem Toilettenstuhl, als schwierig eingestuft wird. Das Entleeren der Blase erfolgt selbstständig und kann im Sitzen, Stehen oder Liegen durchgeführt werden.

Für unterwegs gibt es ein sogenannter Uribag. Darunter versteht man eine mobile Urinflasche für Autofahrten und Reisen. Die Flasche lässt sich einfach zusammenfalten, der Deckel verschließt die Flasche sicher. Die Aufnahmefähigkeit beläuft sich auf ca. 1,2 Liter Flüssigkeit.

Welche ableitenden Hilfsmittel gibt es für Frauen?

Weibliche Patienten können mit einer Pibella, einem Urinkollektor oder einem Urinschiffchen versorgt werden.

Eine Pibella wird bei bettlägerigen Patientinnen angewendet. An dem Urinbeutel befindet sich ein Rohr, welches mit dem Beutel verbunden ist. Der Harnausgang wird durch die kleine und anatomisch geformte Öffnung direkt umschlossen. Die Pibella kann durch die Patientin selbstständig ansetzen und anschließend die Blase leeren. Dieses Hilfsmittel kann mehrfach verwendet werden, wenn es sorgfältig gereinigt wird.

Für eine kurzzeitige Anwendung eignet sich ein Urinkollektor. Das Anbringen des Kollektors ist schwierig, dies sollte eine Betreuungsperson übernehmen.  Ein Urinkollektor wird meistens bei Reflexinkontinenz angewendet.

Ein Urinschiffchen wird zum Auffangen von Urin verwendet und ermöglicht eine Entleerung der Blase im Liegen sowie im Stehen. Das Schiffchen besteht aus weichem Plastik und zeichnet sich durch seine flache und schiffchenförmige Form aus. Eine anatomische Öffnung sowie ein integrierter Griff gewährleisten ein einfaches Anlegen des Schiffchens. In manchen Fällen wird auch ein Urinauffangbeutel angeschlossen.

Was bedeutet Katheterismus?

Unter Katheterismus versteht man das Einführen von schlauch- oder röhrenförmigen Instrumenten in die Blase, um diese zu entleeren. Der Urin wird abgeleitet und anschließend in einem Beutel aufgenommen. Die flexiblen, dünnen Schläuche  oder Röhren besitzen verschiedene Durchmesser und sind meist aus Kunststoff hergestellt. Sie werden zur Entleerung, Füllung oder Spülung von Hohlorganen wie Blase, Magen oder Darm eingesetzt. Das Einführen des Katheters wird als Katheterisierung oder Katheterisieren bezeichnet.

Wann wird ein Katheter gelegt?

Ein Katheter wird verwendet, wenn eine Entleerung der Blase über den normalen Weg nicht mehr möglich ist. Dies kann nach einer Operation oder während eines Aufenthalts im Krankenhaus auftreten. Meist sind Blasenentleerungsstörungen sowie Erkrankungen der Niere und Harnwege ein Grund zur Verwendung eines Einmalkatheters. Sie werden als Methode zur Untersuchung (Diagnostik) oder zur Behandlung (Therapie) eingesetzt.

Welche Arten von Kathetern gibt es?

Unterschieden wird zwischen dem intermittierendem Selbstkatheterismus (Einmalkatheter) und einem Dauerkatheter

Wie funktioniert der intermittierende Selbstkatheterismus?

Bei einem intermittierenden Selbstkatheterismus (ISK) wird die Blase regelmäßig mit Hilfe eines Einmalkatheters entleert. Der Katheter wird einmal verwendet, d.h. er wird wieder entfernt, wenn die Blase leer ist. Die Entfernung sowie Entsorgung geschehen unmittelbar nach der Blasenentleerung. Der Patient wird durch unsere Fachkräfte angeleitet und im richtigen Umgang unterwiesen, sodass die Katheterisierung überall selbst durchgeführt werden kann. Diese Art von Katheterisierung sollte mehrmals täglich in regelmäßigen Abständen durchgeführt werden, damit die Blase nicht überdehnt wird und ein unwillkürliches Auslaufen von Urin vermieden wird.
Unterschieden wird dabei zwischen speziell beschichteten Einmalkathetern, die in Wasser oder Natriumchlorid getaucht werden und mit PVP beschichtet sind, um eine glatte Oberfläche zu erzielen sowie unbeschichteten Einmalkathetern.  Dabei wird ein Gel verwendet, um eine vollständig glatte Oberfläche zu erzielen.

Welche Größe hat ein Einmalkatheter?

Bei Einmalkathetern wird nach Geschlecht unterschieden. Männer, Frauen sowie Kinder / Jugendliche werden mit unterschiedlichen Größen versorgt. Bei Frauen wird auf einen relativ kleinen Durchmesser, 12-14 CH, zurückgegriffen. Ein Charriere betragen 1/3 mm. Der Durchmesser bei Männern beläuft sich dabei auf 14-18 CH. Bei Kindern bzw. Jugendlichen wird ein Durchmesser von 8-12 CH verwendet. Die Größe bzw. Länge bezieht sich auf den Bereich der Katheterspitze bis hin zum Konnektor (Anschlussmöglichkeit von Schläuchen an einen Katheter).

Wie wird die Größe bestimmt?

Um die Größe zu bestimmen, wird die Anatomie der Harnröhre miteinbezogen. Die Auswahl der richtigen Größe wird durch einen Urologen durchgeführt. Wenn der Katheter beispielsweise zu dick ist, kann sich der Patient beim Einführen verletzen. Ist er jedoch zu dünn, kann Urin neben dem Schlauch herlaufen.

Welche Länge hat ein Einmalkatheter?

Die Länge des Katheters richtet sich nach der Länge der Harnröhre. Bei Männern ist die Harnröhre wesentlich länger als bei Frauen. Daher beträgt die Länge bei Männern ungefähr 35-40 cm.
Wird ein Katheter bei einer Frau eingesetzt, beläuft sich die Länge auf ungefähr 18-30 cm, da die weibliche Harnröhre enger ist. Bei Kindern und Jugendlichen ist der Katheter 20-30 cm lang.
Die richtige Bestimmung der Länge ist sehr wichtig, da ein zu kurzer Katheter die Blase nicht vollständig entleeren kann.

Was muss bei der Katheterspitze beachtet werden?

Die Katheterspitze führt den Einmalkatheter durch die Harnröhre zur Blase. Um Verletzungen entgegenzuwirken, sollte die Spitze weich sein.  Dabei kann zwischen verschiedenen Formen unterschieden werden. Je nach Ausführung gibt es gerade, runde oder gebogene Spitzen in unterschiedlicher Qualität.

Was sind Katheteraugen?

Als Katheteraugen werden Öffnungen auf der Katheteroberfläche bezeichnet, durch die der Urin abfließen kann. Die Augen befinden sich im vorderen Teil des Einmalkatheters unmittelbar hinter der Katheterspitze, versetzt oder auf derselben Höhe. Sie können versetzt, gegenüberliegend oder in einer Spirale angeordnet sein.
Um die Qualität zu beurteilen, sind Katheteraugen relevant. Abgerundete Augen sind von Vorteil, sie verhindern Verletzungen in der Harnröhre.Wenn die Augen nicht abgerundet sind und Kanten haben, können diese nur mit Hilfe eines Mikroskops sichtbar werden.

Welche Arten von einem Einmalkatheter gibt es?

Im Allgemeinen wird zwischen einem 2-Wege-Katheter und einem 3-Wege-Katheter unterschieden. Als Kanal bzw. Weg wird die Verbindung zwischen Blase und dem Bereich, durch den die Flüssigkeit geleitet werden soll, bezeichnet.
Bei einem 2-Wege-Katheter (Ballonkatheter) wird über einen Weg der Urin abgeleitet und über den anderen Weg wird der Ballon befüllt, welcher den Katheter in den Harnwegen halten soll. Der Ballon wird unter der Katheterspitze platziert. Die Blase soll ruhig gestellt werden und der Flüssigkeitshaushalt soll bilanziert werden.
Der 3-Wege-Katheter (Spülkatheter) hat zusätzlich zu den Wegen für Urinableitung und Befüllung des Ballons einen weiteren Weg. Dieser wird zur kontinuierlichen Spülung der Blase nach Eingriffen an Prostata, Blase oder Blasenhals verwendet. 

Wie lange bleibt der Katheter am Patienten?

Die Verweildauer kann sich auf 14-28 Tage (kurz) oder auf bis zu 12 Wochen belaufen (lang).

Aus welchem Material besteht der Katheter?

Der Katheter kann sich aus verschiedenen Materialien zusammensetzen wie z.B. aus Latex, silikonisiertem Latex oder Silikon.
Dauerkatheter aus Latex sind steril und speziell für einen kurzfristigen Einsatz bis zu fünf Tagen entwickelt.
Diese Art von Kathetern wird verwendet, wenn die Blase für eine kurze Zeit entlastet werden soll.  Wichtig ist, dass der Patient nicht an einer Latexallergie leidet.
Für einen längeren Zeitraum eignen sich Dauerkatheter aus Silikon oder silikonisiertem Latex.
Für bis zu sechs Wochen eignen sich Katheter aus Silikon, diese sind ebenfalls steril verpackt.

Welchen Durchmesser hat der Katheter?

Der Durchmesser beläuft sich wie bei dem Einmalkatheter auf 14 CH bei Männern, 12 CH bei Frauen und 8 CH bei Kindern bzw. Jugendlichen. Frauen haben eine engere Harnröhre als Männer, daher hat der Katheter einen kleineren Durchmesser.

Was ist ein transurethraler Dauerkatheter?

Ein transurethraler Dauerkatheter (Verweilkatheter) kann zur Blasenentleerung über einen längeren Zeitraum genutzt werden.  Dabei wird die Blase über den Harnweg entleert, der Urin wird in einen Urinbeutel geleitet. Der Katheter wird mit Hilfe eines Ballons in der Blase gehalten und gegen das Herausrutschen aus der Blase gesichert.
Das Einsetzen erfolgt durch Pflegepersonal, der Katheter soll ein- bis zweimal monatlich in bestimmten Abständen ausgetauscht werden.

Wann wird ein Dauerkatheter eingesetzt?

Für den Einsatz eines Dauerkatheters können verschiedene Ursachen zu Grunde liegen. Das Einsetzen sollte nur auf ärztliches Anraten erfolgen.
Im Allgemeinen wird eine Therapie mit Dauerkatheter empfohlen, wenn eine schwere Harninkontinenz vorliegt, die nicht behandelbar ist. Ein weiterer Grund für die Anlage kann eine Blockade in der Blase sein,  wodurch der Urin nicht über die Harnwege nach außen gelangen kann. Durch eine neurologische Erkrankung kann es zu einem chronischen Harnrückstau kommen, in diesem Fall wird als Therapie kein intermittierender Selbstkatheterismus vorgeschlagen, sondern auf eine Therapie mit Dauerkatheter zurückgegriffen.
Grundsätzlich kann der Dauerkatheter von Männern und Frauen zur Behandlung von Inkontinenz verwendet werden.

Wann sollte ein Dauerkatheter nicht eingesetzt werden?

Allgemein ist ein Dauerkatheter für Harnröhren- und Blasenschleimhaut etwas Fremdes und kann daher zu einer verminderten Durchblutung, zu einer Verletzung oder Störung des Deckgewebes der ableitenden Harnwege führen. Dies kann das Nierenbecken, den Harnleiter, die Harnblase sowie den oberen Teil der Harnröhre treffen.
Bei Verletzungen der Harnwege oder bei Blasentumoren wird ein Abfließen des Urins über den Harnweg nicht empfohlen.

Wie wird ein Dauerkatheter bei einem Mann eingesetzt?

Um den Katheter zu legen, legt sich der Patient auf den Rücken. Der Genitalbereich wird desinfiziert und über eine Spritze wird Gleitmittel (5-10 ml) in die Harnröhre eingebracht. Anschließend schiebt der Arzt den Katheter über die Harnröhre in die Blase. Dort wird der Katheter mit Wasser gefüllt.

Wie läuft das Einsetzen des Katheters bei einer Frau ab?

Die Patientin legt sich für das Einsetzen auf den Rücken mit zur Seite gespreizten Beinen. Auch hier wird der Genitalbereich sorgfältig desinfiziert. Der Katheterschlauch wird vor dem Einsetzen mit Gleitmittel bestrichen und dann in die Harnblase geschoben. Ob der Katheter richtig liegt, lässt sich anschließend kontrollieren. Nachdem der Katheter in die Blase geschoben wurde und an der richtigen Position liegt, wird unmittelbar danach Urin durch den Schlauch abgeleitet. Der Ballon wird mit Wasser gefüllt und bleibt somit an der richtigen Position.

Wie wird der Katheterballon gefüllt?            

Der Ballon wird mit fünf bis sieben Millilitern von destilliertem Wasser oder mit einer Mischung aus Propylenglycol und destilliertem Wasser gefüllt. Er sorgt dafür, dass der Katheter in der Harnblase bleibt. Die Größe des Ballons variiert von 2,5 bis 15 ml, für Erwachsene wird eine Größe von 10 ml gewählt.
Es wird die kleinste Größe des Ballons gewählt, damit eine Irritation der Blase vermieden werden kann. 
Der Ballon wird nicht dazu genutzt, die Harnröhrenöffnung zu verschließen, um damit den Abgang von Urin zu vermeiden.

Welche Komplikationen können auftreten?

Der Katheter sowie der Intimbereich sollten täglich gepflegt werden. Aufgrund des liegenden Dauerkatheters wird durch die Schleimhaut mehr Sekret gebildet, wodurch mehr Keime entstehen können. Falls starke Verkrustungen auftreten, können diese mit Kompressen entfernt werden, die vorher in steriles Kochsalz getaucht werden. Wird nicht auf eine ausreichende Hygiene geachtet, können verschiedene Komplikationen wie Harnweginfektionen, Haut- und Schleimhautirritationen, Druckstellen an der Harnröhrenmündung oder eine Bildung von Harnsteinen auftreten. Harnweginfektionen können durch die erwähnten Keime bzw. Bakterien entstehen, da sich diese beim Einsetzen des Katheters entwickeln können.  Bakterien können bereits nach drei Tagen entstehen und sich an die Blasenschleimhaut setzen.
Das Einsetzen, das Tragen sowie die Entnahme des Katheters können zu Schmerzen beim Patienten führen. Dadurch vermindert sich der Tragekomfort.

Ist der Dauerkatheter beschichtet?

Um einen gleitfähigen Zustand für das Katheterisieren zu erlangen, muss der Katheter in ein Gel eingesetzt werden. Der Dauerkatheter ist meistens unbeschichtet.

Wo befinden sich die Katheteraugen?

Die Katheteraugen können sich an unterschiedlichen Stellen befinden, dies richtet sich nach der Katheterspitze.  Allgemein befinden sich am Dauerkatheter zwei Katheteraugen, es können aber auch ein oder drei Katheteraugen zu finden sein.
Die Katheteraugen sollten, wie bei einem Einmalkatheter, abgerundet sein und keine Kanten besitzen, sodass sich der Patient nicht verletzen kann.

Wie wird der Dauerkatheter entfernt?

Um den Katheter zu entfernen muss der Katheterballon vollständig entleert werden. Der Ballon verhindert, dass der Katheter aus der Blase in den Harnleiter rutscht.
Das Entleeren des Ballons geschieht durch eine Spritze, die den Ballon langsam aussaugt. Die Spritze wird am Ende des Schlauchs angesetzt und das destillierte Wasser wird aus dem Ballon abgelassen. Damit wird der Katheter entblockt. Nun wird der Katheter vorsichtig durch die Harnröhre herausgezogen. Der Patient wird dafür nicht unter Narkose gesetzt.
Wenn der Ballon nicht komplett entleert werden kann, wird er mit einer Spritze gefüllt oder mit einer Kanüle angestochen.
Nachdem der Katheter entfernt wurde, sollte darauf geachtet werden, ob der Urin regelmäßig und ohne Beschwerden abgelassen werden kann. Die Blase muss sich wieder daran gewöhnen, auf normalem Weg entleert zu werden.

Was ist ein suprapubischer Dauerkatheter?

Ein suprapubischer Katheter wird über die Bauchdecke direkt in die Blase gelegt und dort mit einer Naht befestigt. Der Harn wird über einen langfristigen Zeitraum abgeleitet. Der suprapubische Katheter dient der dauerhaften Harnableitung.
Der Katheter wird von Pflegepersonen eingesetzt und sollte ungefähr nach vier bis sechs Wochen ausgetauscht werden. Der Urin wird, wie bei einem transurethralen Dauerkatheter, in einen Urinbeutel geleitet.
Wird der Katheter eingesetzt, kann die Blase gespült sowie untersucht werden. Auch Medikamente können eingesetzt werden.  

Wann wird ein suprapubischer Dauerkatheter eingesetzt?

Die Gründe für das Einsetzen eines suprapubischen Dauerkatheters lassen sich gleichsetzen mit denen eines transurethralen Dauerkatheters. Aufgrund einer Harninkontinenz, die nicht behandelt werden kann, wird ein suprapubischer Katheter eingesetzt. Ein weiterer Grund ist eine Blockade in der Blase.  Bei einem chronischen Harnrückstau wird ebenfalls auf eine Therapie mit einem suprapubischen Dauerkatheter zurückgegriffen.

Wann sollte ein suprapubischer Dauerkatheter nicht eingesetzt werden?

Generell sollte ein Dauerkatheter bei Blasentumoren oder Verletzungen der Harnwege nicht eingesetzt werden. Auch die Mobilität des Patienten sowie die persönliche Abneigung gegen einen Dauerkatheter können eine Rolle spielen.
Hautinfektionen, eine Schrumpfblase oder eine Schwangerschaft können das Einsetzen von einem suprapubischen Katheters verhindern. Auch bei Blutgerinnungsstörungen sowie bei Narben in Blasennähe kann ein suprapubischer Katheter gelegt werden.

Welche Komplikationen können auftreten? 

Oft treten in Verbindung mit dem Legen des Katheters Hautunverträglichkeiten gegen das Kathetermaterial auf. Wird ein transurethraler Katheter eingesetzt, kann es zu Infektionen kommen. An der Harnröhre befinden sich Keime, die sich am Katheter festsetzen und zu einer Entzündung führen können.
Es kann auf einen suprapubischen Katheter zurückgegriffen werden, wenn eine Urinableitung über einen längeren Zeitraum erfolgen soll. Jedoch ist es auch hier möglich, dass sich Keime an den Katheter setzen und sich in den Harnwegen ausbreiten. Daher ist eine sorgfältige Hygiene wichtig.
Außerdem kann es zu Verkrustungen kommen, die einen Wechsel des Katheters erfordern. Allgemein ist ein suprapubischer Katheter aber weniger anfällig für Infektionen. Es kann in seltenen Fällen jedoch dazu kommen, dass Darm oder Gefäße durch das Einstechen verletzt werden. 

Aus welchem Material besteht der Katheter?

Meistens bestehen Katheter aus Silikon oder Latex. Da suprapubische Katheter für einen längeren Zeitraum gelegt werden, werden andere Materialien verwendet.

Wann sollte der Katheter gewechselt werden?

Der Katheter wird nur gewechselt, wenn er verstopft ist oder wenn der Katheter eventuell eine Infektion bei dem Patienten ausgelöst hat.

Welchen Durchmesser misst der Katheter?

Die einzelnen Durchmesser sind Standardgrößen und nach verschiedenen Farben codiert. Der Durchmesser beläuft sich auf 10 bis 15 CH.

Wie viel fasst der Ballon?

Der Ballon soll den Katheter in der Blase halten und blocken, sodass er nicht verrutschen kann. Der Ballon unterscheidet sich in der Größe, diese variiert von 2,5 bis 15 ml.

Welche Vorteile bietet der suprapubische Katheter?

Dadurch, dass der Katheter über die Bauchdecke in die Blase eingeführt wird, wird die Harnröhre umgangen. Harnwegsverletzungen, die z.B. bei einem transurethralen Dauerkatheter auftreten können, werden hier vermieden. 
Die Gefahr von Harnwegsinfektionen ist geringer, da die Bakterien nicht direkt über die Harnröhre wandern. Außerdem ist eine Spülung der Blase möglich, sodass Blutgerinnsel und Infektionen herausgespült werden können.

Welche Nachteile hat der suprapubische Katheter?

Um einen suprapubischen Katheter anzulegen, ist ein medizinischer Eingriff notwendig. Dafür wird eine Öffnung angelegt. Der medizinische Eingriff kann jedoch die Risiken einer Operation mit sich führen.
Komplikationen, die der Katheter mit sich bringen kann, sind deutlich schwerwiegender. Eine mögliche Komplikation ist eine Entzündung des Bauchfells (Peritonitis).

Wie legt man den Katheter?

Zur Vorbereitung des Einsetzens wird die Bauchdecke ausreichend desinfiziert. Anschließend wird die Bauchdecke mit einem sterilen Tuch abgedeckt, die Einstichfläche bleibt unbedeckt. Nachdem ein Betäubungsmittel gespritzt wurde, sticht der Arzt über dem Schambein (2-3 cm) mittels einer Spritze ungefähr fünf Zentimeter in die Bauchdecke. Um zu kontrollieren, ob sich die Spritze in der Blase befindet, wird Urin durch die Spritze angesaugt. Die Bauchdecke wird nun so geöffnet, dass der Arzt eine Nadel einbringen kann, in der sich der Katheterschlauch befindet. Der Katheter wird auf diesem Weg in die Blase geschoben. Fließt dann Urin durch den Schlauch, zieht der Arzt die Nadel wieder zurück. Der Katheter wird schließlich mit einer Naht an der Bauchdecke fixiert und die Einstichstelle steril verbunden.

Wie soll der Katheter gepflegt werden?

Die Umgebung um den Katheter sollte zweimal täglich mit Desinfektionsmittel und Wasser gereinigt werden. Bei der Pflege können Verkrustungen mit sterilen Einmalkompressen von der Austrittsstelle des Katheters entfernt werden. Der Katheter ist mit sterilen Kompressen und Pflastern verbunden.  Ein Austausch sollte alle vier bis sechs Wochen geschehen. 

Wie kann einer Infektion vorgebeugt werden?

Zur Vorbeugung sollte der Patient ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen. Empfohlen werden 2-3 Liter, am besten eignet sich Wasser oder Tee. Der Urin wird verdünnt und Erreger werden ausgespült. Zur Vorbeugung von Keimen kann der Patient auch auf Cranberrysaft zurückgreifen, dieser säuert den Urin an.

Welche Katheterspitze wird verwendet?

Blasenkatheter sind mit unterschiedlicher Katheterspitze erhältlich. Welcher Katheter schlussendlich eingesetzt wird, richtet sich nach der Verwendung und nach dem Geschlecht des Patienten.
Es gibt Zwei- oder Drei-Wege-Katheter, die mit glatter oder gebogener Spitze erhältlich sind und sich in der Größe der Öffnungen (Katheteraugen) unterscheiden.
Am häufigsten werden Nelaton-Spitzen verwendet, diese sind gerade, besitzen ein abgerundetes Ende und können für weibliche und männliche Patienten eingesetzt werden. Diese Spitze hat zwei gegenüberliegende oder vier versetzte Öffnungen auf der Katheteroberfläche (Katheteraugen).
Eine Tiemann-Spitze ist gebogen und mit einem um 30 Grad abgeknickten Katheterende ausgestattet und wird vor allem bei männlichen Patienten angewendet.
Ähnlich aufgebaut wie eine Nelaton-Spitze ist die Mercier-Spitze. Diese Spitze hat zwei versetzte Öffnungen und ein abgeknicktes Ende und ist besonders für Männer mit einer engen Harnröhre geeignet.
Eine nach vorne geöffnete Spitze mit zwei seitlichen Augen wird als Couvelaire-Spitze bezeichnet. Diese wird oftmals bei Blasenspülungen verwendet.
Eine Dufour-Spitze ist am Katheterende um 30 Grad abgeknickt und besitzt zwei Öffnungen auf der Katheteroberfläche, wodurch der Urin abfließen kann.

Ist Geschlechtsverkehr mit einem Katheter möglich?

Geschlechtsverkehr ist auch mit einem Blasenkatheter möglich. Grundsätzlich sollte der Patient aber vorher ein Gespräch mit seinem Arzt führen, um nötige Vorsichtsmaßnahmen zu treffen.
Der Urinbeutel muss vorher entfernt und ein Kondom muss über den Penis und den Katheterschlauch gezogen werden. Ist also beim Patienten ein transurethraler Dauerkatheter angelegt, stört dieser im Intimbereich und beim Geschlechtsverkehr. Bei Frauen kann der Katheter am Bauch festgeklebt werden.
Wird beim Mann ein Kondomurinal verwendet, kann dies kurzzeitig entfernt werden. Dabei kann es jedoch zu Urinverlust kommen.
Allgemein ist beim Mann sowie bei der Frau eine Anlage eines suprapubischen Katheters sinnvoll, wenn der Harn über einen längeren Zeitraum abgeleitet werden soll. Der Katheterschlauch sitzt dabei nicht im Intimbereich, sondern am Bauch.

Was ist ein Beinbeutel?

Ein Urinbeutel setzt sich aus dem Beutel an sich, einem Schlauch, einem Adapter zum Anschluss an einen Dauerkatheter / Urinalkondom sowie einem Ablauf mit Ablaufhahn zusammen.
Der Urin wird in einen Urinbeutel bzw. Bett- oder Beinbeutel geleitet. Der Urinbeutel sollte auf die Bedürfnisse und Ressourcen des Patienten angepasst sein. Daher sind verschiedene Beutel erhältlich, die auf die Anwendung und das Fassungsvermögen ausgelegt sind.

Wie wird ein Beinbeutel verwendet?

Beinbeutel finden ihre Verwendung in Kombination mit Dauerkathetern oder Kondomurinalen. Ein Schlauch verbindet das Inkontinenzhilfsmittel (Katheter / Kondomurinal) mit dem Urinbeutel.
Die Beutel werden knickfrei und mit angemessener Bewegungsfreiheit an der Innenseite des Unterschenkels angebracht. Wenn der Beutel am Oberschenkel eingesetzt werden soll, ist ein kürzerer Schlauch enthalten. Ein Beutel am Unterschenkel erfordert einen längeren Schlauch.
Sie sind besonders für mobile Personen geeignet, die den Beutel diskret unter der Hose befestigen möchten. Auch Rollstuhlfahrer können einen Beinbeutel verwenden, da er sich einfach handhaben lässt und auf die Anatomie des sitzenden Patienten angepasst wird. Wenn der Beinbeutel für mehrere Tage genutzt wird, ist er mit einer Vliesbeschichtung ausgestattet. Für eine kurze Nutzung ist der Beutel nicht beschichtet. Der Beinbeutel ist mit einem Verbindungsschlauch, einem Ablaufventil sowie Haltebändern zur Befestigung am Bein ausgestattet.

Was ist ein Bettbeutel?

Bettbeutel werden für die Nacht verwendet und meistens für Personen ausgewählt, die vorübergehend oder dauerhaft an das Bett gebunden sind. Sie können mehr Flüssigkeit aufnehmen als Beinbeutel und können über mehrere Tage genutzt werden. Der Bettbeutel mit einem Auslass an der tiefsten Stelle ermöglicht am nächsten Morgen eine restlose Harnentleerung. Mit Hilfe der Haltebänder lässt sich der Beutel leicht am Bett befestigen.

Was versteht man unter der Kombination aus Bett- und Beinbeutel?

Die Kombination aus Bein- und Bettbeutel kann am Tag und in der Nacht verwendet werden. Tagsüber wird der Beutel mit Klettbändern befestigt, nachts mit Hilfe von Haltern und einer Kordel. Das Fassungsvermögen sowie die Größe liegen zwischen dem Fassungsvermögen und Größe des Bein- und Bettbeutels.

Was ist ein Hüftbeutel?

Ein Hüftbeutel wird in Verbindung mit einem Dauerkatheter eingesetzt. Der Beutel wird auf Höhe der Blase an der Hüfte mit Hilfe eines speziellen Hüftgurtes angebracht. Daher kann der Patient auch in kurzer Kleidung aktiv am Alltag teilnehmen und der Beutel wird nicht gesehen.

Wie funktionieren geschlossene Urindrainagesysteme?

Für eine Versorgung, die einen längeren Zeitraum anstrebt, eignen sich geschlossene Urindrainagesysteme. Dabei kann es sich zum einen um Beinbeutel oder zum anderen um Bettbeutel handeln. Der Beutel muss die komplette Tragezeit über am Katheter befestigt sein und darf nicht abgenommen werden. Zwischen Urinbeutel und Schlauch befindet sich eine Tropfkammer, dadurch bildet der Blasenkatheter zusammen mit dem Schlauch ein getrenntes System vom Urinbeutel. Infektionen können dadurch vermieden werden.

Auf was sollte man bei der Auswahl von Urinbeuteln achten?

Für die richtige Artikelauswahl stehen wir Ihnen beratend zur Seite. Gerne stellen wir Muster zum Testen verschiedener Produkte zur Verfügung.
Bei der Verwendung von Urinbeuteln ist einiges zu beachten.Der Tragekomfort spielt bei der Auswahl eine wichtige Rolle. Haltebänder am Urinbeutel verhindern das Verrutschen des Beutels am Ober- oder Unterschenkel. Auch in Situationen, die mit einer höheren Belastung einhergehen, sollten die Haltebänder den Beutel sicher und zuverlässig halten.
Das Ablassventil, welches am Urinbeutel vorhanden sein kann, sollte für den Patienten einfach und bequem zu öffnen sein.  Es gibt verschiedene Möglichkeiten wie einen Schiebehahn, Drehhahn, Klapphahn oder Schwenkhahn. Welches Ventil schließlich ausgewählt wird, richtet sich nach den manuellen Fähigkeiten des Nutzers.
Zu einem unwillkürlichen Urinverlust kann es aufgrund einer falschen Länge des Schlauchs, eines falscher Konnektors (Verbindung von Schlauch und Dauerkatheter/Kondomurinal) oder durch schlechte Qualität des Urinbeutels kommen.

Wer nutzt einen Urinbeutel?

Urinbeutel haben unterschiedliche Konstruktionen und Formen. Allgemein werden die Beutel für Fußgänger, Rollstuhlfahrer und Kinder unterschieden. Für Rollstuhlfahrer zum Beispiel sind die Beutel in der Form speziell angepasst, bei Kindern sind die Beutel auf andere Eigenschaften ausgelegt.

Aus welchem Material bestehen die Beutel?

Grundsätzlich bestehen die Beutel aus Polyvinylchlorid (PVC). Oftmals befindet sich eine Vliesschicht auf der Beinseite für einen hohen Tragekomfort.

Wie sind die Beutel verpackt?

Die Beutel sind entweder steril oder unsteril verpackt. Das spielt besonders bei der Verwendung eines Dauerkatheters eine Rolle. Eine Harnwegsinfektion soll mit sterilen Beuteln verhindert werden.

Was bedeutet Konnektivität im Zusammenhang mit einem Urinbeutel?

Die Konnektivität beschreibt, ob der Adapter (am Ende des Schlauchs) mit einem Dauerkatheter / Urinalkondom zusammen passt. Wenn sie kompatibel sind, kann ein sicherer Anschluss durchgeführt werden.

Wie läuft das Ablassen des Urins ab?

Für das Ablassen des Urins gibt es verschiedene Ablassventile. Dies ist jedoch nur der Fall, wenn der Urinbeutel einen Ablauf hat. Der Ablauf hat die Aufgabe, dass der Urin aus dem Beutel abgelassen werden kann.
Eine Vorrichtung zum Ablassen, die nach rechts und links gedreht wird, wird als Schwenkhahn bezeichnet. Eine weitere Möglichkeit ist ein Drehhahn, den man nach oben oder unten dreht.
Ein Klapphahn wird nach unten oder oben geklappt, um den Harn abzulassen. Ein Schiebehahn mit Knopf wird in die andere Richtung gedrückt oder geschoben.

Wie viel kann ein Beutel an Urin aufnehmen?

Das Fassungsvermögen richtet sich nach der Art des Beutels. Der Bettbeutel nimmt ungefähr 2000 bis 4000 ml auf, der Beinbeutel nimmt 300 bis 1500 ml Urin auf.
Die Aufnahmekapazität der Kombination aus Bett- und Beinbeutel liegt zwischen dem Fassungsvermögen der beiden Beutel.

Was ist bei der Schlauchlänge zu beachten?

Die richtige Schlauchlänge ist wichtig, um die Gefahr eines unwillkürlichen Verlusts von Urin zu vermeiden. Der Schlauch erstreckt sich von der Anschlussstelle für einen Katheter oder Urinalkondom bis zum Urinbeutel.
Eine unterschiedliche Schlauchlänge betrifft die Beinbeutel am Oberschenkel / Unterschenkel, bei einer Kombination aus Bett- und Beinbeutel sowie einem Bettbeutel wird die Schlauchlänge ebenfalls unterschieden.
Bei den Beinbeuteln, die sich am Oberschenkel befinden, beläuft sich die Schlauchlänge auf 2 cm bis 25 cm, am Unterschenkel auf 30 cm bis 60 cm.
Bei der Kombination aus Bett- und Beinbeuteln ist der Schlauch 30 cm bis 90 cm lang, bei Bettbeuteln beträgt die Länge des Schlauchs 90 cm bis 130 cm.
Bei unsterilen Beinbeuteln besteht die Möglichkeit, die Länge des Schlauchs individuell zu kürzen.

Was versteht man unter einer Tropfkammer?

Die Tropfkammer befindet sich zwischen einem Bettbeutel und dem Schlauchansatz. Der Urin wird darin aufgenommen und über das Ventil an den Beutel weitergeleitet.
Das Ventil der Tropfkammer verhindert, dass durch den Urin aufkommende Bakterien in die Harnblase wandern können. Bakterien entstehen jedoch erst, wenn der Beutel mehrere Tage nicht ausgetauscht wird.

Welches Zubehör gibt es?

Für einen Urinbeutel gibt es unterschiedliches Zubehör, welches oftmals nicht in der Verpackung enthalten ist.
Um den Beinbeutel sicher zu halten, können Beinlinge bzw. Fixierstrümpfe angewendet werden. Der Beinbeutel wird durch die Beinlinge fixiert und versteckt, wodurch mehr Diskretion geschaffen wird.
Für Ober- und Unterschenkel gibt es jeweils verschiedene Halterungen, die nach Größe sowie Schnitt aufgeteilt werden.
Um den Beutel am Bein sicher zu befestigen, können Bänder oder Gurte sinnvoll sein. Die Befestigungsbänder müssen meistens dazu gekauft werden und sind nicht in der Verpackung enthalten. Sie bestehen aus Gummi, Latex oder Stoff und werden mit Klett- oder Schnallenverschlüssen sicher geschlossen.
In vielen Verpackungen ist ein Adapter zur Verbindung von Beutel und Dauerkatheter / Urinalkondom enthalten. Dieser kann jedoch durch einen Adapter mit anderen Eigenschaften ausgetauscht werden. Dieser Adapter ist aufsteckbar und kann glatt, gestuft sowie steril sein.

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